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G20-Talk bei Dunja Hayali  

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06.07.2017, 06:21 Uhr | David Heisig, t-online

Emily Laquer (r.), Sprecherin der Interventionistischen Linken, Bundesinnenminister a.D. Otto Schily (SPD) und ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. (Quelle: ZDF)

Mit neuem Sofa und Sendeplatz ist Dunja Hayali in ihre Talk-Saison gestartet. Gleich die erste Sendung bewies: Lückenfüller für die Illner-Sommerpause im ZDF ist sie längst nicht mehr.

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Klares Anzeichen dafür? Der neue Sendeplatz am Mittwochabend. Zudem firmiert man jetzt unter eigenem Namen: „Dunja Hayali“ statt „ZDFdonnerstalk“. Und Hand aufs Herz: Hayali ist als gestandene Journalistin längst eine eigene Hausnummer, hat in den letzten zwei Sommern eine Nische gefunden: Drei Themen in sechzig Minuten, Gäste verschiedener Couleur und vielleicht der kleine Vorteil, mit einer Staffellänge von sieben Folgen ein bisschen weniger Erfolgsdruck zu verspüren. Da kann man experimentieren und Dinge zusammenbringen, die der Zuschauer so nicht erwartet. „Viele Denkanstöße“ sollen dabei rumkommen. Bei den Gesprächen im Studio und den Außeneinsätzen der Moderatorin. Aktuell bei Demonstrationen rund um ein Protest-Camp beim G20 Gipfel in Hamburg.

Denn die Moderatorin kam in der aktuellen Runde nicht an Hamburg vorbei, besuchte Protestler und Polizei. Ihre Frage: Wie weit darf Protest gehen? Schnell wurde klar. Beide Seiten werden kaum nachgeben. Blumensträuße könne die Polizei nicht erwarten, bekam Hayali im Interview zu hören. Im Gegenzug demonstrierte die Staatsmacht Stärke. Als deren Vertreterin betonte Langguth, rote Rosen seien ihr eigentlich lieber, als Wegtragen von Demonstranten. Die Polizei verteidige aber nur die Versammlungsfreiheit. Letztendlich sei man Feindbild und Spielball zwischen Protestlern und Politik. Das nahm Hayali als Stichwort mit aufs Sofa.

Dort hatten Laquer und Schily Platz genommen. Law and order gegen Linksradikalismus. Vor allem Laquer war von Anfang an geladen. Zumal Langguth betonte, die Stimmung in Hamburg sei gut. „Das klingt hammergut“, so die Linke, entspräche aber nicht der Realität. Hamburg sei „im massiven Ausnahmezustand“, die Polizei habe „den Boden des Rechtsstaats“ verlassen. Mit Brutalität werde ein Protestcamp behindert, die Polizei halte sich nicht an das Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Jemand müsse die Polizei stoppen. Langguth entgleisten die Gesichtszüge. 

Schily konterte, das Camp dürfe sein, nur übernachten dürfe dort keiner. Man wolle der Vorbereitung von Gewalttaten vorbeugen. Protest sei unbedingt notwendig, schob er nach. Nur müsse es klare Abgrenzung zur Gewalt geben. Die schiene bei Laquer „nicht sehr klar zu sein“, echauffierte er sich. Beide fielen sich ins Wort, schaukelten sich gegenseitig hoch. Laquer, die wiederholte, die Gewalt gehe von der Polizei, nicht von den Demonstranten aus. Schily, der das vehement verneinte. „Dass Sie das sagen, wundert mich nicht“, so Laquer.

„Nein. Da bin ich bei König Boris“, antwortete Schily auf Hayalis Frage, ob Resultate vom G20-Gipfel zu erwarten seien. Der Musiker hatte zuvor betont, viel Zählbares als Ergebnis sei vom Politikertreffen nicht zu erwarten. Wenn 20 an einem Tisch säßen, so der SPD-Mann, „meinen Sie, da kommt ein großes Gespräch zustande“. Die politischen Instanzen hätten aber entschieden, dass es den Gipfel in dieser Form geben müsse. Zudem dürfe das Band für Gespräche nie durchschnitten werden.

Von den G20 gehe „keine Hoffnung“ aus, konterte Laquer. „Was wollen Sie eigentlich?“, brauste Schily auf. Dass alle Demokraten gegen „die autoritäre Zuspitzung“ auf die Straße gehen sollten, so Laquer. Das war Schily, der seinerzeit selbst als Rechtsanwalt RAF-Leute verteidigt hat, dann doch ein wenig zu linkes Gedankengut. In welche Unterdrückungssysteme das geführt habe, hätte die Geschichte gezeigt, so der Innenminister a.D.. Laquer verlor mit ihrem verbissenen Rausschreien von Positionen und dem gebetsmühlenartigen Wiederholen, die Polizei sei der Aggressor die Diskussion. Das war einfach zu nervig.

Hayali war charmant und authentisch. Bei ihren Interviews auf der Straße, in denen sie sich ihren Gesprächspartnern mit Namen und festem Händedruck vorstellte. Eine, die mit dem Linksaktivisten in der „Roten Flora“ genauso fair reden konnte, wie mit dem Polizisten in der Absperrung. Ebenso im Studio. Witzig, wenn sie es sein durfte, ernst, wenn es angebracht war. Alleine in der Diskussion zwischen Laquer und Schily gab es die Momente, in denen man Hayali staunend vorfand. Als habe sie sich kurz aus der Diskussion verabschiedet, wolle die beiden Kontrahenten einfach mal machen lassen. Zudem blieb Hayali ihrem Image treu: Klare Kante zeigen, auch wenn man dafür Hass erntet. So sollten die Zuschauer via Facebook mitdiskutieren. Sie lese „fast alles“ tat sie kund, schob aber die Bitte nach: „Bleiben Sie fair.“

So ging die erste Runde in der Hayali-Saison 2017 eindeutig an die Moderatorin. Die Show war nicht langweilig. Der Zuschauer lief nicht Gefahr einzunicken oder frustriert umzuschalten, weil er das, was er da sah, schon viel zu oft hören musste. Was auch dem Umstand geschuldet war, dass die Sendung mit zwei weiteren Themen Kontrapunkte setzte. Wer mit dem G20-Talk nichts anfangen konnte, fühlte sich vielleicht von Hayalis Interview mit einem Sexualstraftäter im Gefängnis emotional mitgenommen. Dem „schwierigsten Interview, das sie je geführt habe“. Oder konnte dem Experiment mit Kindern, in dem jene sich und ihr Schönheitsideal selbst reflektierten, etwas abgewinnen. Für Denkanstöße wollte Hayali sorgen. Das hat sie geschafft.

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