Schöne Augen Zeichnen Für Anfänger

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Del Keens, Model und Gründer der Agentur Misfit Models.

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Eine Arte-Doku begleitet den Briten Del Keens, der “Misfit Models” mit Bierbauch oder Behinderung castet. Ein kluger, wenn auch etwas redundanter Film abseits der gängigen “schön/hässlich”-Schablone.

Von Thorsten Glotzmann

Unter seinen Augen zeichnen sich Tränensäcke ab, zwischen den krummen Zähnen klafft eine Lücke, die Ohren stehen ab. Sein Oberkörper ist blass und unförmig, nur die geölte Haartolle sitzt tadellos: Das ist Del Keens.

An Heidi Klum, die als Jurorin in Germany’s Next Topmodel über das gängige Schönheitsideal wacht wie Zerberus, der Höllenhund vor dem Tor zur Unterwelt, würde der Brite kolossal scheitern. Und doch hat Keens Karriere gemacht, in den Neunzigern als Fotomodel für Calvin Klein, Diesel und Levi’s. Er ist der Anti-Klum, der schräge Charaktertyp, die lebendig gewordene Cartoon-Figur aus Südlondon, die von der Agentur “Ugly Models” entdeckt wurde.

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Nun hat er in Berlin selbst eine Modelagentur gegründet, sie trägt den Namen “Misfit Models” – ein Name, der im Gegensatz zu “Ugly Models” nicht herablassend über das Schöne und das Hässliche urteilt, sondern nur sagt, dass es Models gibt und geben soll, die nicht ins Catwalk-Schema passen.

Wer nicht den gängigen Schönheitsidealen entspricht, kann immer noch als hässliches Model Geld verdienen. Marc French von Ugly Models London und Del, einer seiner erfolgreichsten Schützlinge, über den Mut zum Charakter.

Für diese Agentur castet Keens Models, die einen Bierbauch haben, Behinderungen, Narben, Tattoos, Beulen, Bärte und ausgefallene Frisuren. Damit beginnt der Dokumentarfilm von Jan Tenhaven, der am Freitagabend auf Arte gezeigt wird.

“Wir brauchen Leute wie dich, alle verrückten Körpergrößen”, sagt Keens zu einem stämmigen, bärtigen Gehörlosen. Er ist Teil einer bunten Ansammlung von Models, die ver-rückt im wörtlichen Sinne sind und Fuß zu fassen versuchen in einer Gesellschaft, die sich dem Makellosen verschrieben hat. Da ist zum Beispiel Marie Glaser, die ihre Brandnarben lange versteckte und sich – wohl nicht ohne Grund – zur Kosmetikerin ausbilden ließ, da ist der Berliner Boris Ekowski – Brille, Bäuchlein, lichtes Haar -, der aufgrund seiner Komplexe oft belächelt wird.

Misfit Model Boris Ekowski vor einem Werbeplakat.

Filmemacher Tenhaven begleitet Del Keens nach London, Boris Ekowski nach München, lässt die grandiose Vokalmusik des A-cappella-Sextetts Slixs einfließen. Er führt seine Protagonisten nicht vor, er lässt sie erzählen, weil sie etwas zu erzählen haben. Misfit Models, das zeigt dieser Dokumentarfilm eindrücklich, unterscheiden sich nicht nur optisch von den blasiert-hysterischen Model-Aspirantinnen, wie wir sie aus Germany’s Next Topmodel kennen. Auch, was sie über sich und ihr Verhältnis zur gesellschaftlichen Norm sagen, würden Heidi Klums “Mädels” so wohl nie von sich geben.

So spricht der scharfsinnige Boris Ekowski druckreife Aphorismen in die Kamera: “Was einen guten Wodka ausmacht, ist ja, wenn es möglichst reiner Alkohol ist, das entspricht vielleicht dieser perfekten Modelschönheit. Wein und Whisky dagegen haben einen eigenen Charakter.”

Zuweilen leidet der Film etwas an Redundanz. Etwa dann, wenn er wieder und wieder in Keens Einzimmerwohnung und in sein Atelier führt, wo der Brite Models in weißen Unterhemden ablichtet.

Bei aller Sympathie für Del Keens blendet Regisseur Tenhaven eines nicht aus: die Kommerzialisierung der zur Schau gestellten “Hässlichkeit”. Letztlich verkaufen sich die Misfit Models wie ihre “schönen” Kollegen an Unternehmen wie die Autovermietung Sixt, die auf ihren Werbeplakaten verkündet, beim Model sei “was schief gegangen”.

Die Werbeindustrie stellt die Abweichung zur allgemeinen Belustigung aus, um die Norm umso stärker zu bekräftigen. So findet das “Hässliche” seinen Platz in der Aufmerksamkeitsökonomie, die Models sollen aus der Reihe fallen und den Konsumenten überraschen, der Pin-Up-Girls und keine bierbäuchigen Brillenträger erwartet.

Zwar bietet Del Keens Menschen, die sich auf dem Arbeitsmarkt schwer tun, eine Perspektive. Fraglich nur, ob sie als Misfit Models wirklich erfolgreich sein können. Wird ihr Außenseiterstatus dadurch nicht erst recht zementiert? Sie seien keine Freaks, versichert Keens. Eher Wein- und Whisky-Sorten in einem Supermarktregal. Mit eigenem Charakter eben.

Schön kann jeder!, Arte, 22.45 Uhr.

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