Japanisches Schönheitsideal 1900

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mm: In Ihrem Buch gehen Sie auf etliche Gartenkulturen ein, darunter die italienische und französische, die chinesische und japanische. Gibt es auch typisch amerikanische und deutsche Gärten?

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Füßebinden – Wikipedia Japanisches Schönheitsideal 1900

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Schönheitsideal – Wikipedia Japanisches Schönheitsideal 1900

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Der Wandel Japanischer Schönheitsideale Im Laufe Der Vergangenen Japanisches Schönheitsideal 1900

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Kräftner: Alle Kulturen haben ihre eigenen Vorstellungen von Gärten entwickelt. Die großen Mainstreams haben aber alle beeinflusst. Wir Europäer glauben ja gerne, wir hätten die Welt erfunden – aber die Welt wurde genauso in Ostasien erfunden. Und die dortigen Ideen haben wiederum die Europäer beeinflusst.Wie die hierarchielose Aneinanderreihung offene Räume, die Inszenierung von Überraschungsmomenten. Die China-Mode war eine Revolution in der europäischen Gartenkultur. Für die Jesuiten, die im 18. Jahrhundert nach China kamen, muss es erschütternd gewesen sein, dass es Gärten gab, die so ganz anders aussahen als Versailles. Pater Attiret sandte 1747 einen Bericht über das Lustschloss des chinesischen Kaisers nach Frankreich, der großen Einfluss hatte. Es spricht allerdings Bände, dass seine Publikationen heute kaum mehr greifbar sind.

mm: Im Privatbereich werden die Häuser immer größer und die Gärten immer kleiner. Ein 300 Quadratmeter großes Baugrundstück ist keine Seltenheit, bei Reihenhäusern gibt es oft nur handtuchgroße Gärten. Wie kann man da gestalterisch sinnvoll herangehen?

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Kräftner: Man kann sich an Gärten orientieren, die in solchen Konstellationen schon früher entstanden sind. Etwa in China. Dort sieht man, dass auf engstem Raum ganz viel möglich ist. In China hat jeder Innenraum eine Beziehung zum Freiraum, und wenn das nur ein zwei Meter breiter Streifen ist, auf dem ein Bonsai steht.

mm: Wenn man durch deutsche Wohngebiete geht, sieht man viel Eklektizismus: Da steht die japanische Steinlaterne neben dem französisch beschnittenen Buchsbaum in der Blumenwiese.

Kräftner: Das Grausen packt einen manchmal, wenn man das sieht. Wir glauben ja, wir seien mit der Moderne an einem festen Punk angekommen. Aber in Wirklichkeit leben wir in einem unglaublichen Historismus. Es hat noch nie so viele Kopien gegeben wie heute, an jedem Neubau sind außen irgendwelche Schnörkel angebracht. Die Leute sehen viel, reisen viel und bringen halt Ideen mit. Das ist, wenn man so will, auch ein Ausdruck unserer offenen Kultur. Diese Freiheit muss es auch geben. Womit wir uns umgeben, ist das Produkt unserer Bildung, und wenn die oberflächlich ist, sieht es auch entsprechend aus. Diese Vielfalt muss man akzeptieren.

mm: Sehen Sie einheitliche, verbindende Trends in der Gartengestaltung?

Kräftner: Ja, einen ganz bestimmenden: Den Trend zum Nutzgarten, wie ihn Michelle Obama im Küchengarten des Weißen Hauses vorgemacht hat. Es wird immer wichtiger, dass man sein Grundstück auch nutzt, um Früchte und Kräuter anzubauen. Es gibt ein Bewusstsein dafür, dass es schwierig ist, Dinge über Tausende von Kilometern zu transportieren. Dass die Welt ein Ernährungsproblem hat. Da passt es, nicht nur sinnlos gemähten Rasen zu haben, sondern Selbstversorgung zu betreiben und den Garten auch als Lebensraum wahrzunehmen.

mm: Wie sieht denn Ihr eigener Garten aus?

Kräftner: Das ist ein alter, verlassener Weingarten, für Wiener Verhältnisse riesengroß, 5000 Quadratmeter. Wir haben nur einen kleinen Bereich, in dem wir wirklich wohnen, dort stehen etliche Kübel mit Orangen- und Zitronenbäumen. Vor unserem Urlaub haben wir Zucchinisamen in diese Kübel gestreut, und jetzt sind aus dem Nichts dieser Kerne große Pflanzen geworden. Es ist immer wieder ein Wunder.

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