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Frau Schöne Jugendamt Eisenberg

Frau Schöne Jugendamt Eisenberg

Wie immer ist sie erst gegen Mittag wach geworden. Ihre Tochter hätte seit drei Stunden im Kindergarten sein müssen und war auch an diesem Morgen auf sich allein gestellt. Die Wohnung war – wie sie selbst auch – in einem verwahrlosten Zustand. Im Kühlschrank gab es nichts zu essen, die Geldbörse war wie üblich leer.

Reine Handarbeit: Stricksöckchen Aus Eisenberg Für Neugeborene Im Frau Schöne Jugendamt Eisenberg

Reine Handarbeit: Stricksöckchen Aus Eisenberg Für Neugeborene Im Frau Schöne Jugendamt Eisenberg | Frau Schöne Jugendamt Eisenberg

Neue Tagesmütter Frau Schöne Jugendamt Eisenberg

Neue Tagesmütter Frau Schöne Jugendamt Eisenberg | Frau Schöne Jugendamt Eisenberg

Netzwerk „Frühe Hilfen“ Unterstützt Junge Eltern Im Saale Holzland Frau Schöne Jugendamt Eisenberg

Netzwerk „Frühe Hilfen“ Unterstützt Junge Eltern Im Saale Holzland Frau Schöne Jugendamt Eisenberg | Frau Schöne Jugendamt Eisenberg

Trotzdem war für Steffi L. an diesem Tag vor etwa zwei Jahren etwas anders – und zwar ganz anders. „Ich bin aufgewacht, ­habe mich umgeschaut und es hat Klick gemacht. Mir ist bewusst geworden, dass ich so wie bisher auf keinen Fall weiter­leben konnte und wollte“, sagt die heute 31-Jährige.

15 Jahre lang war Steffi L. ­drogenabhängig und holte sich die letzten vier Jahre ihren Kick mit Crystal Meth, einer Form der Droge Methamphetamin. Diese ist eine illegale Droge in derselben Kategorie wie Kokain und andere starke Straßendrogen.

An diesem Tag vor zwei Jahren aber, fand die junge Frau die Kraft, sich zu ändern. „Ich lebte damals noch in Weimar und bin dort zum Jugendamt gegangen um zu sagen, dass ich Hilfe brauche.“ In nur wenigen Tagen habe sie diese auch bekommen. „Heute lautet mein Lieblings- und Standardsatz: Der Wendepunkt war für mich und meine Familie der Wendepunkt e. V.“

Unterhaltspflicht: Am Ende Kommt Der Gerichtsvollzieher Leben Frau Schöne Jugendamt Eisenberg

Unterhaltspflicht: Am Ende Kommt Der Gerichtsvollzieher Leben Frau Schöne Jugendamt Eisenberg | Frau Schöne Jugendamt Eisenberg

Der Wendepunkt e. V. ist eine psychosoziale Beratungsstelle für Suchtgefährdete, Sucht­kranke und deren Angehörige im Saale-Holzland-Kreis.

Seine Hauptstelle hat der Verein in der Rosa-Luxemburg-Straße 13 in Eisenberg. Außen­stellen befinden sich in Jena, Stadtroda und Kahla.

Ziel des Wendepunkt e. V. ist es, Menschen zu helfen, die Probleme mit Alkohol, mit Medikamenten, illegalen Drogen, Essstörungen oder süchtigem Spieleverhalten haben. Aber auch die Angehörigen von Betroffenen wie Kinder und Jugend­liche, Eltern, Partner, Arbeitgeber, Freunde und Kollegen unterstützt der Verein.

Gestern hatte der Wendepunkt e. V. in seiner Hauptstelle in Eisenberg zu einem Tag der ­offenen Tür eingeladen. Dieser stand unter dem Motto „Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde – Verantwortung Leben leben“. Vor Ort waren unter anderem Mitarbeiter aus verschiedenen Einrichtungen wie dem Jugend- und Sozialamt des Saale-Holzland-Kreises, der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH, der Bewährungshilfe, der Konflikt- und ­Sozialberatung für Schwangere und auch Klienten.

Nach begrüßenden Worten konnten sich die zahlreichen Interessierten in drei Workshops informieren. Der erste befasste sich mit dem Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) und damit mit dem Schutz von ungeborenen Kindern. Der zweite Workshop thematisierte die Rolle des Kindes, die es in einer suchtbelasteten Familie einnimmt. Im dritten Workshop ging es um Sucht­mittel, die derzeit unter Kindern und Jugendlichen auf dem Markt sind. Dazu gehören beispielsweise Crystal Meth, THC (Cannabis), Medikamente und Alkohol. „Aber auch biogene Drogen. Das sind Drogen, die überwiegend aus Pflanzen oder tierischen Organismen hergestellt werden, sagt Heike Adler. Seit Januar 2015 ist sie die Einrichtungsleiterin in Eisenberg. „Uns ist wichtig zu vermitteln, dass Kinder, Heranwachsende und Erwachsene immer Stressmomente im Alltag haben werden. Es geht darum, Wege aufzuzeigen, wie man damit umgehen kann, ohne zu Suchtmitteln greifen zu müssen.“

Unter den Gästen des Tages der offenen Tür war gestern auch Steffi L.. Seit zwei Jahren, seitdem sie sich hat helfen lassen, nehme sie keine Drogen mehr. Entzug und Therapie liegen hinter der Mutter von zwei Kindern, die mittlerweile in Wolfersdorf lebt. Derzeit mache sie ihren Führerschein, fange im September eine Weiterbildung an. Das Schlimmste scheint hinter Steffi L. zu liegen.

Nie wieder will sie leben wie einst. „Durch meine Sucht habe ich meine Kinder verloren, sie wurden mir weggenommen“, sagt sie. Habe sie ihre Tochter schon nach drei Monaten zurückbekommen, werde ihr Sohn erst im August dieses Jahres wieder mit ihr zusammenleben dürfen. Auch ihre Familie habe sich irgendwann zurückgezogen, obwohl sie lange versucht habe, ihr zu helfen. „Für mich war damals alles unwichtig, bis auf den Stoff. Ich habe geklaut, war dreimal in der Zelle. Während der Therapie musste ich wirklich alles neu lernen. Angefangen bei einer geregelten Tagesstruktur, über den Umgang mit Geld bis hin zu meiner Mutterrolle. Nur eines habe ich damals geschafft: In beiden Schwangerschaften habe ich nicht konsumiert“, sagt sie.

Der Wendepunkt e. V. in der Rosa-Luxemburg-Straße 13 in Eisenberg hat montags von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr ­geöffnet sowie dienstags und donnerstags von 8.30 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Termine sind nach Vereinbarung möglich unter Tel.: (036691) 5 72 00.

Name von der Redaktion geändert

James Warnock

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